Logo
++ st. martinus schützenbruderschaft elten-grondstein ++

Die St. Martinus Sch├╝tzenbruderschaft Elten - Grondstein



In einer Zeit, die mit der heutigen sicherlich nicht zu vergleichen ist, wurde der Eltener Schützenverein gegründet. Die Chronik beginnt mit einem erwähnenswerten Satz: "In der äußersten Nordwestecke des deutschen Vaterlandes, da, wo der alte Vater Rhein sich anschickt, deutschen Boden zu verlassen, liegt unser Heimatstädtchen Elten". Hierdurch wird die bis heute geltende Heimatverbundenheit der Eltener ausgedrückt. Und damit erklärt sich sofort ein Wort der Leitgedanken der historischen deutschen Schützenbruderschaften: "Glaube - Sitte - Heimat"!


Am 2. Dezember 1928 gründeten 63 Eltener Bürger den Bürgerschützenverein Elten - Grondstein. Dies geschah im Gasthof Zum Schwan. Warum der Ort "Grondstein" im Vereinsnamen? Zu der damaligen Zeit war Grondstein eine eigenständige Ortschaft. Bei der Gründungsversammlung - so die Chronik - wurde folgendes festgestellt: "Bei der Gründungsversammlung erinnerten sich noch alte Eltener Bürger, dass um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Elten ein Schützenverein bestanden hat. Aus heute unbekannten Gründen muss sich dieser Verein während einer Krise aufgelöst haben." Diese Chronik wurde übrigens viele Jahre später, im Jahre 1961, vom langjährigen Mitglied und späteren Ehrenmitglied des Vorstandes, Arnold Derksen, in mühevoller Arbeit erstellt. Die zur damaligen Zeit geschaffene Vereinssatzung hat zum größten Teil auch heute noch Gültigkeit, wobei die Ausdrucksweise oftmals der Zeit angepasst wurde.


Die Mitglieder des Schützenvereins zahlten in den ersten Jahren des Vereinsbestehens ein Aufnahmegeld von 5,00 Reichsmark, einen Monatsbeitrag von 1,00 RM und ein Sterbegeld von 0,50 RM beim Ableben eines Mitglieds. Schon damals wurde das Maifest am ersten Sonntag im Mai und das Schützenfest am ersten Sonntag im August gefeiert. Neben diesen Festen feierte die Gemeinschaft den Karneval zu Beginn des Jahres oder schloss es mit einem Winterfest ab. So führt die Chronik weiter aus. Die Schützen erschienen zu den Sommerfesten mit Gewehr, weisser Hose und mit einer Feder am Hut. Offiziere trugen zur Uniform den Degen, Vorstandsmitglieder eine weiss-grüne Schärpe. Hauptmann von Sternstein führte das Bataillon mit seinem Adjutanten Christian Sanders. "Mit besonderer Sorgfalt wachte der Vorstand darüber, dass die Mitglieder die Vereinsstatuten genau beachteten. Wer gegen diese verstieß, wurde bestraft." Wie diese Bestrafung aussah, geht aus der Chronik nicht hervor. Das Gründungsfest im August 1929 war der Anfang der Vereinsfestlichkeiten. Mit Böllerschüssen begann Samstagabend der Zapfenstreich, der Auftakt des Festes.


Auch heute, im Jahre 2001, verkünden wieder Böllerschüsse: Das Fest hat begonnen! Und auch heute schliesst der erste Festtag mit dem Grossen Zapfenstreich ab. Geböllert wurde früher übrigens mit Milchkannen, deren Deckel mit dicken Seilen oder Ketten an der Milchkanne befestigt waren, damit sie durch den hohen Druck, erzeugt von einem Karbid-Wassergemisch, nicht meterweit durch die Luft geschleudert wurden. In der heutigen Zeit verwendet man eine moderne Böllermaschine; hierfür muss das Bedienungspersonal unter behördlicher Aufsicht eine Sprengmeisterprüfung ablegen. Erster Schützenkönig wurde im Jahr 1930 nach erbittertem Ringen um die Königswürde der Gefreite Gerhard Kerkhoff vom 3.Zug.


Auch in den darauffolgenden Jahren wurde das Schützenfest wie ein Volksfest gefeiert. "Ganz Elten war festlich geschmückt und lud Jung und Alt zum Mitfeiern ein." So wie die schmucken Uniformen der Schützen gehören auch die Fahnen zu einem Schützenverein. In Elten besitzt man vier Vereinsfahnen. Die erste Fahne wurde im Jahre 1934 vom Verein angeschafft. Auch zur damaligen Zeit gab es menschliche Unzulänglichkeit; so geschah es, dass auf der ersten Vereinsfahne nicht 1928 als Gründungsjahr, sondern bis heute 1929 prangt. Diese erste Vereinsfahne gelangte infolge der Kriegswirren nach Kanada.
Erst im Jahre 1973 konnte diese vom NRZ-Redakteur Peter Ecke mit Hilfe der NRZ und dessen Chefredakteur Jens Feddersen wieder nach Elten gebracht werden. Die zweite Vereinsfahne schenkten im Jahre 1951 die Bruderschaften des Kreises Rees, der Kreis Rees selbst und das Restamt Elten: Noch im gleichen Jahr schenkte der damalige Ministerpräsident von NRW, Karl Arnold, den Eltener Schützen eine neue Fahne. Diese konnte aber erst nach der Rückgliederung Eltens im Jahre 1964 in Elten übergeben werden. Der im Jahre 1975 gegründete Reiterzug bekam im Jahre 1980 eine eigene Reiterstandarte.


Viele weitere Aktivitäten erfordern die Unterstützung durch alle engagierten Schützenbrüder. Und auf dieses Engagement ist die St. Martinus Schützenbruderschaft besonders stolz. Zeigt es doch deutlich das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder aller 41 Schützenzüge, in denen die über 400 Mitglieder zusammengefasst sind. Zu dieser grossen Schützenzug- und Mitgliederzahl gehört dann noch die Jungschützenabteilung.


Die Jungschützen kamen im Jahr 1980 mit dem Luftgewehr-Dauerschiessen ins Guinessbuch der Rekorde.


Quelle: Walter Axmacher, Gerdi K├Âster: Elten die letzten 100 Jahre, Emmericher Geschichtsverein, Emmerich 1997, ISBN 3-923692-20-X